An der Paul-Gerhardt-Grundschule in Düren wurde im Herbst 2025 ausgiebig mit Pappmaché gearbeitet und vielfältige Papiere wurden handgeschöpft. Im Zentrum stand das freie Arbeiten mit Material: Formen und Gestalten ohne zu enge Vorgaben - zu erleben, wie etwas im schöpferischen Prozess entsteht. Die Grundschulkinder und die Lehrkräfte hatten große Freude an Farbe, Form und bottichweise Pappmaché. Lehramtsstudierende der Universität Siegen gingen derweil der Fragestellung nach, inwiefern diese Art der Auseinandersetzung mit Material und Gestaltung positive Auswirkungen auf die sozioemotionale Entwicklung hat und insbesondere Förderbedarfe unterstützt.
Nach der Unterrichtsreihe wurde im März eine liebevoll kuratierte Ausstellung in den hellen Räumen präsentiert, die Becker & Funck dafür kostenlos zur Verfügung stellte. Zu sehen waren eindrucksvolle Papiertürme und selbst geschöpfte Papierobjekte, die von Kindern der Paul‑Gerhardt‑Schule gestaltet wurden. Die Projektleiterin Julia Gossel machte diese Präsentation möglich und schuf damit einen Raum, in dem die jungen Künstler*innen stolz ihre Werke zeigen konnten.
Ich berühre etwas und erfahre, wie warm es ist.
Ich erfahre, wie rauh es ist oder wie glatt.
Ob trocken oder feucht.
Trocken vor Wärme oder vor Kälte.
Pulsierend oder still.
Ob es dem Druck meiner Finger nachgibt oder sich mit seiner Oberfläche wehrt.
Wie es wirklich ist.
Bevor ich es nicht berührt habe, weiß ich nichts.
Die Ausstellung zeigte anschaulich, wie kreativ Kinder mit einfachem Material arbeiten, wenn sie genügend Freiheit und Unterstützung erhalten. Die Papiertürme spiegelten nicht nur Gestaltungsfreude wider, sondern auch Durchhaltevermögen, Mut und Experimentierlust. Besonders beeindruckend war, wie die Kinder im Prozess auf Herausforderungen reagierten und durch eigenes Tun Vertrauen in ihre Fähigkeiten entwickelten.
Das Projekt zeigt, wie wertvoll künstlerische Prozesse für Kinder sind. Die Ausstellung macht die Grundidee sichtbar, dass Materialerfahrungen nicht nur kreative Ergebnisse hervorbringen, sondern auch emotionale Stärke und Selbstwirksamkeit fördern. Parallel zur Ausstellung werden derzeit Daten ausgewertet, um zu untersuchen, wie die haptische Arbeit mit Papier die kindliche Entwicklung unterstützt. Beobachtungen deuten darauf hin, dass der direkte, körperliche Umgang mit Material wichtige Impulse für Wahrnehmung, Selbstvertrauen und Konzentration gibt. Die ästhetische Erfahrung eröffnet zudem neue Zugänge, um sich selbst und die Umwelt bewusster wahrzunehmen.
Mit den ergänzenden Bildern entsteht ein lebendiger Einblick in ein Bildungsprojekt, das Kunst, Forschung und Entwicklung auf besondere Weise verbindet. Wir sind gespannt auf die weiteren Erkenntnisse.